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Begriffserklärungen von A-Z

 

Eine Vielzahl interessanter Themen und Begriffserklärungen rund um das Thema "Fliesen" haben wir Ihnen in unserem kleinen Fliesenlexikon zusammengestellt. Die Themen sind alphabethisch aufbereitet - bitte wählen Sie den entsprechenden Anfangsbuchstaben ihres Suchbegriffes.

A

Anwendungsbereich

  1. Steingutfliesen (nach DIN EN 14411 BIII (GL)) sind glasierte keramische Fliesen, die im europäischen Raum ausschließlich für die Verlegung im frostfreien Innenbereich vorgesehen werden. Hergestellt werden diese Fliesen für die Verlegung an Wänden. Unter Umständen können solche Fliesen im privaten Bereich, in Räumen, die in der Regel mit Hausschuhen oder Barfuß begangen werden und in denen die Fliesen keinen höheren Gewichten oder mechanischen Beanspruchungen unterworfen sind, auf dem Boden verlegt werden. Dies wird allerdings von uns NICHT empfohlen!

  2. Steinzeugfliesen sind Fliesen, die für den Einsatz auf dem Fußboden als auch an der Wand im Innenbereich sowie, bei gegebener Frostfestigkeit, auch für den Außenbereich geeignet sind.Die Fliesen sind glasiert (GL) oder unglasiert (UGL) erhältlich. Nach ihrer Herstellungsart werden sie innerhalb der DIN EN 14411 als trockengepresste Fliesen Gruppe „B“ oder stranggepresste Fliesen und Platten Gruppe „A“ bezeichnet.

    Ihre Eignung für den Einsatz auf dem Boden ergibt sich dabei hauptsächlich aus den auf die Böden einwirkenden Belastungen, sowie aus den für öffentliche Bereiche (Arbeitsbereich oder nassbelastete Barfußbereiche) geltenden Vorschriften.

    Auf dem Boden verlegte Fliesen unterliegen, durch die Begehung oder das Befahren, einer Abnutzung, die bei glasierten Fliesen als Abrieb und bei unglasierten Materialien als Tiefenverschleiß bezeichnet wird.

Aufglasurdekoration

Bereits glasierte Fliesen werden in einem zusätzlichen Arbeitsprozess nochmals dekoriert und gebrannt.

Abrieb

Abrieb (Oberflächenverschleiß) tritt bei Bodenbelägen infolge schleifender, reibender Beanspruchungen auf und kann bei glasierten Fliesen durch Glanzveränderung der Oberfläche sichtbar werden.

Abriebgruppe

Glasierte Steinzeugfliesen (GL)
werden hinsichtlich ihrer Beständigkeit gegen Abrieb in Gruppen unterteilt und können damit Anwendungsbereichen zugeordnet werden. Die Abriebbeständigkeit (Verschleißgruppe) von glasierten Steinzeugfliesen wird vom Hersteller angegeben.

Abriebgruppe I: Sehr leichte Beanspruchung.
Bodenbeläge in Räumen, die bei niedriger Begehungsfrequenz ohne kratzende Verschmutzung mit weich besohltem Schuhwerk begangen werden z. B. Schlaf- und Sanitärräume im privaten Wohnungsbau.

Abriebgruppe II: Leichte Beanspruchung.
Bodenbeläge in Räumen, die bei niedriger Begehungsfrequenz unter geringer kratzender Verschmutzung mit normalem Schuhwerk belastet werden z. B. privater Wohnungsbau, jedoch nicht in Küchen, Eingangsbereichen, bei Außenbelägen und Treppen.

Abriebgruppe III: Mittlere Beanspruchung.
Bodenbeläge in Räumen, die bei mittlerer Begehungsfrequenz unter kratzender Verschmutzung mit normalem Schuhwerk belastet werden z. B. privater Wohnungsbau, jedoch nicht in Küchen, sowie Beläge des Nichtwohnungsbaus mit vergleichbarer Beanspruchung, wie beispielsweise Hotelzimmer und Bäder.

Abriebgruppe IV: Stärkere Beanspruchung.
Bodenbeläge in Räumen, die bei stärkerer Begehungsfrequenz mit normalem Schuhwerk in Bezug auf Verschmutzungs- und Belastungsfähigkeit intensiv beansprucht werden z. B. Eingangsbereiche, Terrassen, Küchen, Verkaufs- und Wirtschaftsräume, Büros, Krankenhäuser, Hotels, Schulen und Verwaltungsgebäude.

Abriebgruppe V: Starke Beanspruchung.
Für Anwendungsbereiche mit sehr starkem Publikumsverkehr stehen Fliesen der Abriebgruppe V zur Verfügung, die einen sehr hohen Verschleißwiderstand aufweisen z. B. Friseurläden, Bäckereien, Imbissbuden, Eingangshallen für Hotels, Banken und Restaurants.

Stärkste Beanspruchung:
Unglasierte Steinzeugfliesen (UGL) haben einen Verschleißwiderstand, der zu den höchsten aller Bodenbeläge gehört. Auch nach jahrzehntelanger intensiver Beanspruchung ist eine Abnutzung dieses homogenen Materials praktisch nicht sichtbar.

B

Bewegungsfuge (Dehnungsfuge)

Alle Arten von Fugen, die zwischen Gebäuden, Flächenteilen bzw. Konstruktionsteilen Bewegungen zulassen und den Belag schädigende Spannungen abbauen. Sie können je nach Anwendungsfall ausgebildet werden durch:

  1. konstruktive Gestaltung der Bauteilränder
  2. Verschluss mit elastischem Dichtstoff
  3. Überbrückung durch bandfertig vorgefertigten Dichtstoff
  4. Profile und Verwahrungen
  5. Offenlassen der Fugen

Wichtig sind Bewegungsfugen bei allen größeren Flächen, in Altbauten mit Holzdecken, auf Terrassen und in Wintergärten, weil Zug- und Druckspannungen sonst die normalen Fugen oder auch die Fliesen schädigen können (siehe auch Biegezugfestigkeit).

Brennbarkeit

Fliesen sind nicht brennbar (DIN EN ISO 13501-1).

Baukeramik

(siehe Grobkeramik, Keramik, Baukeramik)

Bildmosaik

Bildmosaike werden meist aus handgeschlagenen Steinzeugfliesen von Hand zu einem Bild oder Muster zusammengesetzt (siehe auch Mosaik).
Biegezugfestigkeit
Bauteile wie Fliesen werden durch Kräfte vertikal zur Ansichtsfläche beansprucht. Dabei treten auf der Oberseite Druck- auf der Unterseite Zugspannungen auf, wobei letztere im Allgemeinen maßgebend sind (siehe Bewegungsfuge).

Bone China

Hochweiß brennende Porzellanmasse zur Geschirrherstellung. Der Begriff kommt aus dem Englischen und bedeutet Knochen-Porzellan. Die Porzellanmasse hat einen hohen Anteil an Rinderknochenasche (40–50 %).

Biskuit

Begriff für den einmal gebrannten Fliesen- oder Geschirr-Rohling, der nach der anschließenden Veredlung durch Dekoration und Glasur zum zweiten Mal gebrannt wird (siehe Zweitbrand).

C

Chemische Beständigkeit

Fliesen sind gegen Badewasserzusätze und Haushaltschemikalien (außer flusssäurehaltige Reinigungsmittel und deren Verbindungen) beständig (mind. Klasse B - DIN EN ISO 10545-13); gegen Säure und Laugen dann, wenn vereinbart. (siehe auch Anwendungsbereich)

Craquele

Bezeichnung für feine Glasurrisse (Haarrisse). Bei manchen Glasuren wird die Craquele-Bildung als Gestaltungsmittel absichtlich herbeigeführt (siehe Glasurrisse).

Cotto

(siehe Tonfliese)

D

Dehnungsfuge

(siehe Bewegungsfugen)

Dünnbettverlegung

Verfahren zur Verlegung von Fliesen an Wand und Boden (DIN 18157: „Ausführung keramischer Arbeiten im Dünnbettverfahren“). Dabei wiederum unterscheidet man drei Verfahren, denen drei Bindemittel zugrunde liegen:

  1. Hydraulisch erhärtete Dünnbettmörtel
  2. Dispersionsklebstoffe
  3. Epoxidharzklebstoffe

DIN-Norm

Regeln der Technik des Deutschen Instituts für Normung e. V. Berlin (DIN).
Allgemeine Norm für keramische Fliesen und Platten ist die DIN EN 14411.

Nach dieser Norm werden Fliesen nach ihrer Formgebungsart und ihrer Wasseraufnahme (E) wie folgt eingestuft.

Art der Formgebung:

  • stranggepresste Fliesen und Platten: Gruppe „A“
  • trockengepresste Fliesen und Platten: Gruppe „B“

Die stranggepressten Fliesen und Platten sind wiederum klassifiziert nach der Fähigkeit zur Wasseraufnahme:

AIa E ? min0,5 % - max. 0,6 %
AIb 0,5 % <E ? min. 3 % - max. 3,3 %
AIIa ? min. 6 % - max. 6,5 %

Die trockengepressten Fliesen sind wiederum klassifiziert nach der Fähigkeit zur Wasseraufnahme, wobei hierbei wieder zwischen glasierten und unglasierten Fliesen unterschieden wird:

BIa ? 0,5 % unglasierte und glasierte Fliesen und Platten
BIb ? 3 % unglasierte und glasierte Fliesen und Platten
BIIa 3 % < E ? 6 % unglasierte und glasierte Fliesen und Platten
BIIb 6 % <E ? 10 % unglasierte und glasierte Fliesen und Platten
BIII > 10 % glasierte Fliesen und Platten
(siehe auch Keramik (Baukeramik))

Dickbettverlegung

Auch konventionelle Verlegung genannt. Verfahren zur Verlegung von Fliesen an Wand und Boden. Die Verlegung erfolgt mit angemischten Mörtel aus Zement und Sand.

Dekorbrand

Zur weiteren Veredlung wird nach dem Zweitbrand (Glattbrand) die bereits glasierte Fliese mit Schiebebildern (Abziehbildern) und Handmalerei und bei 800 °C bis 900 °C erneut gebrannt.
So wird beim Dekorbrand lediglich das aufgebrachte Dekor in die Glasur eingebrannt. Scherben und Glasur bleiben unverändert.

Dekorfliese

Dekore werden auf Leerfliesen einer Fliesenserie aufgebracht. Sie können als Einzeldekor oder aus verschiedenen Dekorfliesen, die zusammen ein Bild ergeben, bestehen.

Dispersionsklebstoff

Klebstoffe zur Verlegung von Fliesen im Dünnbettverfahren.
Dispersionsklebstoffe sind nicht wasserbeständig und daher nur für gering feuchtbelastete Innenbeläge geeignet. Vorzugsweise Verwendung für Wandbekleidungen auf Untergründen aus Gips- oder Holzwerkstoffen.

Dünnbettmörtel (hydraulische)

Zementgebundene, hydraulisch erhärtende Fliesenkleber zur Verlegung im Dünnbettverfahren.
Vorzugsweise Verwendung auf massiven Untergründen, wie z. B. Beton, Zementestrich oder -putz, im Innen- und Außenbereich.

Druckfestigkeit

Die Druckfestigkeit von Fliesen ist keine genormte Eigenschaft. Sie erreicht bei Steinzeugfliesen Werte bis zu 300 N/mm.

Dichtstoff

Spritzfähige oder bandförmige vorgefertigte Kunststoffe zum Ausfüllen bzw. Abdecken von Bewegungsfugen.

Delfter Fliese

Benannt nach dem kleinen, holländischen Städtchen Delft, in dem seit dem 16. Jahrhundert Fliesen hergestellt werden. Die Dekore stellen oft Porträts, Szenen, Landschaften oder biblische Motive in dem für sie typischen Delfter Blau dar.

E

Estrich

Glatter, fester Untergrund auf der Rohbaukonstruktion, der als Unterputz für den Bodenbelag dient. Der Estrich wird in der Regel mehrere Tage bis Wochen vor der Verfliesung aufgebracht, damit er genügend Zeit zum Trocknen hat.

Einbrand/Einmalbrand

Brennverfahren, in dem gebrauchsfertige Fliesen und Platten in einem Prozess gebrannt werden.

Elektrische Leitfähigkeit

Keramische Fliesen sind aufgrund ihrer Beschaffenheit eher gute Isolatoren als elektrische Leiter. Es gibt wenige Fliesen, bei denen eine gewünschte Ableitfähigkeit durch Zusätze in den Glasuren oder bei unglasierten Fliesen im Scherben, erreicht wird. Diese Eigenschaft, die eine elektrische Aufladung verhindert, hat für verschiedene Bereiche in der Medizin oder in Räumen, in denen leicht entzündliche Stoffe gelagert oder produziert werden, Bedeutung.

F

Fliesengröße

Fliesen haben ein angestrebtes Fertigungsmaß (Nennmaß, siehe auch modulare Fliesen), welches sich aus Fabrikationsmaß und Fugenbreite zusammensetzt. Durch die industrielle Produktion der Fliesen kommt es zu Schwankungen in der Fliesengröße, dem sogenannten Kaliber.

Feinkeramik

  1. Geschirr aus den Werkstoffen Porzellan, Bone China, Vitreous China und Steingut,
  2. Sanitärporzellan aus Vitreous China,
  3. Fliesen aus Steingut und Steinzeug sowie
  4. Zierkeramik aus Steingut und Steinzeug.

Die Feinkeramik wird generell im Wesentlichen aus hellbrennenden Rohstoffen hergestellt.

Fliesen

(siehe Keramische Fliesen)

Feuchtedehnung

Feuchtedehnung von Steinzeugfliesen ist nicht messbar; von Steingutfliesen vernachlässigbar, Steingutfliesen sollten jedoch für Anwendungsbereiche unter Wasser (Schwimmbad- oder Behälterbau) nicht eingesetzt werden.

Flussmittel

Natürliche, kristalline Mineralien, die das Schmelzverhalten von anderen Stoffen so beeinflussen, dass diese in eine Schmelzphase übergehen.
Flussmittel sind Rohstoffe und chemische Verbindungen, die Natrium, Kalium, Lithium, Magnesium oder Kalzium enthalten. Die entsprechenden Rohstoffe sind in der Regel Hartstoffe.

Frostbeständigkeit

Hauptkriterium für die Verwendung von Fliesen im Außenbereich. Ist für Steinzeugfliesen nach DIN EN ISO 10545-12 gefordert (siehe Anwendungsbereich).  

Feldspat 

Natürlicher Rohstoff mineralischer Natur für die Fliesenherstellung. Dient als Flussmittel.   

Feinsteinzeug

Unglasierte Steinzeugfliesen mit niedriger Wasseraufnahme (E < 0.5 %) und hoher Festigkeit (siehe Anwendungsbereich und DIN Norm). 

HERSTELLUNG
Trockengepresste keramische Fliese

EIGENSCHAFTEN

  • bei unglasierten Produkten kein Verschleiß
  • hygienisch
  • frostsicher
  • hohe chemische Widerstandsfähigkeit
  • geeignet für hochbeanspruchte Bereiche (auch für extreme Belastungen)
  • verwendbar als Wand- und Bodenfliese
  • beim Einsatz als Wandfliese ist aber ein höherer Verlegeaufwand zu berücksichtigen

EIGENSCHAFTEN BEI NIEDRIGER WASSERAUFNAHME

  • Scherben dicht
  • geschlossene Poren
  • frostbeständigkeit
  • heller Klang

Flusssäure

Stark ätzende Säure, die fast alle Stoffe (z. B. auch Glas) angreift. Flusssäure oder flusssäurehaltige Reinigungsmittel sollten niemals zur Reinigung von Keramik benutzt werden (siehe auch Pflege).

Formteil

Dienen der Gestaltung von Ecken und Kanten im Schwimmbadbau, Terrassen und in Küchen und Bädern. Als Formteil versteht man z. B. Stufenplatten.

Fritte

Vorgeschmolzene Spezialglasur, die in Form von Granulat vorliegt. Sie dient als Rohstoff für Glasuren.

Fuge

Fugen dienen dem Ausgleich materialbedingter, zulässiger Abweichungen der Kantenlängen und der Rechtwinkligkeit von den angegebenen Herstellmaßen. Die Fugenbreiten ergeben sich im Allgemeinen aus der Differenz der Nennmaße und Herstellmaße oder sind den Verlegenormen als Empfehlung vorgegeben.

Empfohlene Fugenbreiten
Kantenlängen bis 150 mm: etwa 1,5–5 mm
Kantenlängen über 150 mm: etwa 2–8 mm 

Fliesenverlegung

Verfahren zur Herstellung keramischer Wand- und Bodenbeläge. Man unterscheidet zwischen Dünnbettverlegung und konventioneller Verlegung (Dickbettverlegung).

Fayence

Bezeichnung für Fliesen und Geschirr aus Steingut, benannt nach der Stadt Faenza in Oberitalien.

Fleckbeständigkeit

Beständigkeit gegen Auftreten nicht mehr entfernbarer Flecken. Diese ist bei glasierten Fliesen gegeben, bei unglasierten Fliesen dagegen nur nach entsprechender Behandlung (siehe Pflege und Keramische Versiegelung).

G

Gefaste Kante

Wird bei rektifizierten Fliesen zusätzlich die obere Kante leicht abgeschrägt, spricht man von gefasten Kanten. Dadurch wirken Fugen optisch breiter.

Grundierung

Anstriche zur Vorbehandlung der Ansetz- oder Verlegeflächen vor dem Auftragen des Mörtels oder des Klebstoffs.

Glasur

Spezialglas, das als etwa 0,1 mm dicke Schicht auf einem Steingut- oder Steinzeugscherben liegt (siehe Scherben).

Glattbrand

(siehe Zweitbrand)

Glasurrisse

Feine, nicht durch den Scherben gehende Risse in der Glasur. Diese entstehen meist durch Dehnungsvorgänge im Scherben. Der Widerstand gegen Glasurrisse ist bei Steingut- und Steinzeugfliesen gefordert.
Glasuren, die zur Glasurrissbildung (Craquele-Bildung) neigen, werden vom Hersteller gekennzeichnet (siehe Craquele)

Grobkeramik

Klinker, Ziegel und Töpferware, die im Wesentlichen aus Tonen und Sanden hergestellt werden.

H

Halbsteinzeug

Traditioneller Begriff für keramische Fliesen mit einer Wasseraufnahme zwischen 3 und 6 % bzw. zwischen 6 und 10 % (siehe Keramische Fliesen).

Handmalerei (handgemalt)

Eine aufwendige Dekortechnik, bei der Fliesen vor dem Dekorbrand von Hand bemalt werden.

Hartstoffe

Eine der beiden Hauptgruppen der Rohstoffe von Keramik (siehe auch Magerungsmittel und Flussmittel).

Haarrisse

(siehe Glasurrisse)

I

Imprägnierung

Nachbehandlung unglasierter Steinzeugfliesen zur Verbesserung der Fleckbeständigkeit (siehe Pflege).

K

Keramische Versiegelung

Ein spezieller Herstellungsprozess, bei dem die Oberfläche des unglasierten Steinzeuges so dicht wird, dass sie fleckbeständig ist.
Eine Nachbehandlung mit Imprägniermitteln darf hier nicht vorgenommen werden, weil die Imprägnierflüssigkeit nicht mehr in die Keramik eindringen kann und so als schmutzbindender Film auf der Oberfläche verbleibt.   

Kaliber/Kalibrierte Fliesen

Als kalibrierte Fliesen werden Fliesen bezeichnet, die die gleiche tatsächliche Größe aufweisen.
In der Regel werden nach der Herstellung die Fliesen in die verschiedenen Kaliber sortiert und dementsprechend auf dem Karton gekennzeichnet.

Korrigierzeit

Die Zeitspanne, während der die Fliesen in der frischen Bettung durch Verschieben nachgerichtet werden können, ohne dass die Haftung gestört oder gemindert wird.

Kaolin

Mineralisches Sedimentgestein, das durch Verwitterung von Feldspäten entsteht. Wichtiger Rohstoff für die Keramik.   

Keramik (Baukeramik)

Oberbegriff für Baustoffe, die aus natürlichen, keramischen Rohstoffen hergestellt und gebrannt werden.
Man unterscheidet zwischen den beiden Werkstoffeigenschaften:

  1. hohe Wasseraufnahme
  2. niedrige Wasseraufnahme.

Bei der ersten Gruppe, wozu die Steingutfliesen gehören, ist der Scherben porös, die Poren offen, er ist nicht frostbeständig und hat einen dumpfen Klang. Dieser Scherben kann mit den verschiedensten Techniken verziert werden und ist grundsätzlich glasiert.

Zur zweiten Gruppe gehören die Steinzeugfliesen. Sie bestehen aus einem Scherben mit niedriger Wasseraufnahme. Dieser Scherben ist dicht, hat geschlossene Poren, ist frostbeständig und hat einen hellen Klang. Steinzeugfliesen sind in glasierter und unglasierter Form erhältlich.

Keramische Fliesen

Dünne Platten aus Keramik, die als Belag für Böden oder Verkleidungen für Wände verwendet werden.  

Klebstoff (Kleber)

Ansetz- und Verlegewerkstoffe, bei denen durch Verdunstung des enthaltenen Wassers oder durch eine chemische Reaktion mehrere Kunststoffkomponenten erhärten.

L

Lichtechtheit

Keramische Fliesen sind, im Gegensatz z. B. zu Kunststoffen, licht- und farbbeständig.

M

Mörtel

Mischung aus Zement und Sand. Dient zur Verlegung im Dickbettverfahren.

Modulare Fliesen

Fliesen, deren Nennmaß sich aus Herstellermaß (Fabrikationsmaß) und Fugenbreite zusammensetzt.

Beispiel
Fabrikationsmaß: 97 x 197 mm
Fugenbreite: 3 mm
Modulmaß: 100 x 200 mm
Nennmaß: 100 x 200 mm

Die Eigenschaft „modular" wird Fliesen auch zugeschrieben, wenn sie - wie beispielsweise bei Keramik / Naturstein-Kombinationen - in allen Maßen (Breite / Länge / Dicke) aufeinander abgestimmt sind.

Magerungsmittel

Rohstoffe für die Fliesenherstellung, die zur Gruppe der Hartstoffe gehören, wie z. B. Quarzsand und Schamotte.

Mindersortierung

In Aussehen und Qualität geringfügig beeinträchtigte Fliesen werden vom Hersteller als Mindersortierung ausgewiesen und preiswerter verkauft.

Mengenermittlung

Nach der Entscheidung für eine bestimmte Fliesenserie, wird ein Verlegeplan erstellt, der als Grundlage zur genauen Mengenermittlung (Anzahl der Grundfliesen, Dekore, Bordüren, Sockel und Treppenfliesen etc.) dient.

Mosaik

Als Mosaike werden Fliesenformate mit einer Größe bis 10 x 10 cm bezeichnet.
Diese werden meist werksseitig zu sogenannten Tafeln (Bogen, Netz) mit der Größe 30 x 30 cm aufgeklebt, um die Verlegung zu erleichtern. Die Klebung kann vorder- oder rückseitig erfolgen.
Mosaike können aus den unterschiedlichsten Materialien bestehen, wie z. B. Keramik, Glas oder Naturstein. 
Einige Hersteller bieten auch sogenannte Bildmosaike an, auf denen die verschiedensten Motive dargestellt sind.

N

Nennmaß

Eine 20er Fliese hat beispielsweise das Nennmaß 200 x 200 mm, hingegen ein mögliches Herstellmaß von 197 x 197 mm.

O

Oberflächenverschleiß

Glasurabrieb (siehe Glasur) bei glasierten Steinzeugfliesen infolge schleifender, reibender Beanspruchung. Die Verschleißgruppe (Klasse I bis IV) ist vom Hersteller anzugeben (siehe Abriebgruppe)

Oktogon

Achteckfliese, die beim Verlegen mit quadratischen Einlagen aus Keramik oder Naturstein kombiniert wird.

P

Porzellan

Ein dicht gebrannter, feinkeramischer Werkstoff, dessen Scherben weiß und bei dünnen Wandstärken durchscheinend ist (siehe auch Feinkeramik).   

Porosität

Offener und geschlossener Porenraum eines Werkstücks wie der Fliese. Angabe in Volumenprozent.
Wasseraufnahme ist das Maß für den offenen Porenraum. Angabe in Gewichtsprozent (siehe Wasseraufnahme). 

Platten

Bezeichnung für grobkeramische Fliesen, die aus plastischer Masse durch Strangpressen hergestellt werden.

PEI

Porcelain Enamel Institute. Der PEI-Test ist ein Prüfverfahren zur Bestimmung des Widerstands gegen Oberflächenverschleiß von Bodenfliesen.

Pflege

Bei der Reinigung und Pflege von Fliesen muss man die unterschiedlichen Materialgruppen wie Steingut, glasiertes Steinzeug und unglasiertes Steinzeug und bei Kombinationsbelägen auch die speziellen Pflegehinweise für Naturstein beachten.

R

Rektifizierte Fliesen

Rektifizierte Fliesen sind besonders maßhaltig, weil sie nach der Herstellung an den Kanten auf ein bestimmtes Maß geschliffen werden. Dadurch erhalten die Seitenflächen einen 90° Winkel zur Oberfläche. Aus diesem Grund können rektifizierte Fliesen mit sehr schmalen Fugen verlegt werden.

Rohling

Keramisches Halbfabrikat nach der Formgebung in noch nicht gebranntem Zustand (siehe auch Biskuit).

Reinigung

Grundreinigung
Diese Reinigung nach dem Abschluss der Verlegearbeiten gehört zur Leistung des Fliesenlegers und dient der Entfernung von Bauschmutz sowie eventuell vorhandener Zementschleier (Verwendung von Zementschleier-Entfernern).

Pflegereinigung / Unterhaltsreinigung
Laufende Reinigung durch Kehren, Absaugen, oder feuchtes Aufwischen unter Verwendung von haushaltsüblichen Reinigungsmitteln (siehe auch Pflege).

Pflegehinweise finden sich oft in den Katalogen der Fliesenhersteller. Gegebenenfalls sollte man den Fachverleger konsultieren.

Rutschhemmende Fliesen

Spezialfliesen mit unterschiedlich stark profilierter oder rauer Oberfläche zur Erzielung rutschhemmender Eigenschaften eines Belages (Unfallverhütung). Die Unfallversicherer schreiben rutschhemmende Fliesen für Fußböden in Arbeitsräumen und -bereichen mit erhöhter Rutschgefahr sowie für Barfußbereiche vor. Die in diesen Bereichen zu verwendenden Fliesen müssen den vorgeschriebenen Grad der Rutschhemmung aufweisen (Nachweis durch den Hersteller).

Man unterscheidet im gewerblichen Bereich Bewertungsgruppen zwischen R9 und R13. Dabei muss auf einer Ebene eine Prüfperson mit Schutzschuhen stehen und gehen. Als Gleitmittel wird Öl auf die Fläche aufgetragen. Der Neigungswinkel der zu testenden Fläche ist umso größer je höher die R-Gruppe ist.

Beim Barfußbereich in Schwimmbädern und in Reinigungsbereichen von Sportstätten unterscheidet man zwischen den Gruppen A, B und C. Auch hier wird die Rutschsicherheit mittels einer Prüfperson auf schiefer Ebene ermittelt. Als Gleitmittel wird hier seifenhaltiges Wasser verwendet.
(siehe auch Treppenauftritt/Treppenfliese)

Ritzhärte

Maß für die Widerstandsfähigkeit keramischer Glasuren gegen kratzende, ritzende Beanspruchung. Prüfung der Ritzhärte durch Mohs. Angabe der Härte nach der Mohs'schen Härteskala von 1 bis 10.

Reaktionsharz

Durch chemische Reaktion erhärteter, meist zweikomponentiger Klebstoff (Harz und Härter) zur Verlegung oder Verfugung von Fliesen.

S

Schwindung

Beim Trocknen oder Brennen entstehende Kontraktion von Formlingen. Differenz zwischen Ausgangsgröße und Endgröße wird in Prozent gemessen.

Schamotte

Feuerfestes Erzeugnis aus tonerdehaltigen Mineralien, die als Brennhilfsmittel wie z. B. Brennkapseln oder Schamottesteine für Ofenausmauerungen verwendet werden. Darüber hinaus werden auch zerkleinerte Brennhilfsmittel und gebrannte Tone und Kaoline als Schamotte bezeichnet. Sie werden als spezielle Rohstoffe für keramische Erzeugnisse verwendet und dienen der Verbesserung der Feuerfestigkeit.

Spaltplatte

Stranggepresste Platten, die als Steinzeugfliesen verwendet werden (siehe Keramische Fliesen).

Siebdruck

Ein Verfahren zum Dekorieren von Fliesen, in dem Druckpaste durch eine Siebdruckschablone auf den Fliesenkörper aufgebracht wird. Dieses Verfahren kann mehrfach und mit verschiedenen Farben wiederholt werden, wobei die Druckschablone ein bestimmtes Muster vorgibt.

Schlicker

Aus den Rohstoffen mit Wasser aufbereitete Masse oder Glasursuspension, die bei der Gießformgebung in die Gipsform gefüllt wird.

Schiebebild

Dekortechnik, bei der auf den Fliesenkörper vor dem Dekorbrand ein Abziehbild mit speziellen keramischen Farben aufgebracht wird. Dies kann maschinell oder manuell geschehen.

Schlacke

Bei der Verhüttung von Materialien anfallende anorganische, silikatische Reststoffe.

Scheinfuge

In die keramische Fliese gepresstes Basrelief, das optisch wie eine Fuge wirkt.

Steinzeug

Traditioneller Begriff für Fliesen mit niedriger Wasseraufnahme (siehe Keramische Fliesen).

Scherben

Gebrannter Fliesenkörper ohne Glasur.

Sortierung

Bevor Fliesen in den Handel kommen, werden sie einer Qualitätskontrolle und Sortierung unterzogen. Fliesen mit nur leichten Mängeln gelangen als Mindersortierung in den Verkauf.

Steingut

Traditioneller Begriff für Fliesen mit hoher Wasseraufnahme (siehe Keramische Fliesen).

Sinterung

Umwandlung der Rohstoffe im Brand zu Scherben.

T

Terrakotta

(siehe Tonfliese)

Tonfliese

Unglasierte, ziegelfarbene keramische Fliesen mit mittlerer bis hoher Wasseraufnahme. Vorzugsweise Verwendung als Bodenfliese in Räumen mit rustikalem Charakter.
Zur Erzielung der geforderten/gewünschten Gebrauchseigenschaften müssen sie speziell behandelt werden. Hinweise findet man auf den Verpackungen der Hersteller (siehe auch Reinigung, Pflege).

Treppenauftritt/Treppenfliese

Diese Fliesen sind am Rand oft mit rutschhemmenden Rillen versehen, die die Trittsicherheit auf der Treppe gewährleisten sollen.

Toleranzen

Fliesen und Platten bestehen aus natürlichen Rohstoffen und weisen material- und herstellungsbedingte Toleranzen auf (siehe Nennmaß).

Temperaturbeständigkeit

Beständigkeit gegen Temperaturveränderungen ist für Steingutfliesen und Steinzeugfliesen gefordert (Prüfung nach DIN EN ISO 10545-9 [siehe Keramische Fliesen]).

Tiefenverschleiß

Als Tiefenverschleiß bezeichnet man den Scherbenabrieb bei unglasierten Steinzeugfliesen infolge von schleifender, reibender Beanspruchung. Die zulässigen Toleranzen sind als Mindestanforderung in der betreffenden Materialnorm festgelegt (siehe Abriebgruppe).

U

UPEC

Französische Norm zur Klassifizierung keramischer Bodenfliesen (Steinzeug) nach Gebrauchseigenschaften, die nur für den französischen Markt Gültigkeit hat. Parallel dazu gilt auch die EN für Fliesen (siehe Keramische Fliesen).

V

Verfugung

Nach dem Verlegen der Fliesen werden die Fliesenzwischenräume mit einem speziellen Mörtel gefüllt.  

Verlegeplan

Der Verlegeplan dient der Mengenermittlung der einzelnen Fliesen wie auch der Festlegung der Verlegeart.

Verschleiß

(siehe Abriebgruppe)

W

Wandfliese

Je nach Anwendungsbereich und Geschmack können alle Fliesen als Wandfliesen verwendet werden (siehe Anwendungsbereich).  

Weichstoffe

Hauptgruppe der Rohstoffe zur Herstellung von Keramik. Dazu gehören Tone und Kaoline.

Wasseraufnahme

Maß für die offene Porosität eines keramischen Erzeugnisses. Die Wasseraufnahme eines keramischen Scherbens ist bei Steingut weniger als 3 % (siehe Porosität). 

Z

Zweitbrand

Nach dem Brand der Rohlinge werden die Fliesen glasiert, dekoriert und nochmals gebrannt, wobei der Scherben unverändert bleibt.

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Wir bedanken uns bei allen Kunden die unsere Industriepartner und uns auf der 

C E R S A I E in Bologna besucht haben.

Die nächste Fliesenmesse wirft schon ihre Schatten voraus. Planen Sie schon

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